Definitions

 

 Definitionen Poesie 

 

 

Poesie ist "die knappste, am stärksten verdichtete Mitteilungsweise menschlicher Erfahrung." (Josef Brodsky) 

„Ein gutes Gedicht ist eine absolute Metapher für einen Weltmoment. Weil das Gedicht, wenn es ein Gedicht ist, diesen Augenblick als Epiphanie fasst, setzt es den Fakt, dass die Welt ein Uhrwerk ist, außer Kraft. Das ist der Erfolg eines Gedichts.“ (Joachim Sartorius)

„ Die Frage ist der Wunsch des Gedankens“, schreibt Maurice Blanchot und fügt hinzu.“ „Die Antwort ist das Unglück der Frage.“

Gaston Bachelard: „ In jedem wirklichen Dichter kann man Elemente einer angehaltenen Zeit finden, einer Zeit, die sich der Messbarkeit entzieht, einer Zeit, die wir vertikal nennen werden, um sie von der geläuterten Zeit zu unterscheiden, die horizontal mit dem Wasser des Flusslaufs, mit dem wehenden Wind dahinströmt. Deswegen ist es notwendig, deutlich festzustellen: während die Zeit der Prosa horizontal verläuft, ist die Zeit der Poesie vertikal. Die Prosa ist der erläuterte Gedanke, die erfahrene Liebe, das gesellschaftliche Leben, der Alltag. Das Leben verläuft linear und geht weiter.  Das Ziel der Poesie ist die Vertikalität, die Tiefe oder Höhe. Der dauerhafte Augenblick oder die Gleichzeitigkeit belegen, wenn sie sich gliedern, dass der poetische Moment eine metaphysische Perspektive hat.“

 

„Man kann eine Lüge nicht beten, hat Huckleberry Finn gesagt; man kann sie auch nicht dichten.“ ( Les Murray: Dichtung und Religion)